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  • Chronic Fatigue Syndrome - Chronisches Erschöpfungssyndrom - CFS

    CFS-Management

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    Empfehlungen für das Management und die Behandlung des Chronic-Fatigue-Syndroms

    Deutsche Übersetzung: Hans-Michael Sobetzko

    Das Krankheitsbild "Chronic-Fatigue-Syndrom" wird durch eine Anzahl von Symptomen charakterisiert, die in der in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Forschungsdefinition von Fukuda et al. niedergelegt sind. Das Erkennen dieser Muster hängt von dem Arzt ab, der eine detaillierte Krankengeschichte erhebt. Zunächst ist nach einer lähmenden Erschöpfung zu fragen, die seit mindestens sechs Monaten besteht. Diese Erschöpfung soll neu aufgetreten sein, muß jedoch nicht notwendigerweise plötzlich eingesetzt haben. Zum Ausschluß organmedizinischer und psychiatrischer Ursachen ist eine der individuellen Symptomatik angemessene Diagnostik erforderlich.

     

    Einige Störungen, bei denen die Diagnose CFS nicht gestellt werden darf:

  • Jede aktive medizinische Störung, welche das Vorliegen der chronischen Erschöpfung erklären kann. Beispiele schließen unbehandelte Hypothyreose, Schlafapnoe, Narkolepsie und Medikamentennebenwirkungen ein.

  • Jede vorher diagnostizierte medizinische Störung, deren Ausheilung nicht angemessen und klinisch zweifelsfrei dokumentiert ist und deren anhaltende Aktivität die chronisch erschöpfende Krankheit erklären könnte. Beispiele können vorbehandelte Malignome oder nicht ausgeheilte Fälle von Hepatitis B bzw. C sein.

  • Jede frühere oder bestehende Diagnose einer schweren Depression mit melancholischen oder psychotischen Anteilen, bipolare affektive Störungen, Schizophrenie jeden Typs, paranoide Erkrankungen aller Art, jeder Form von Demenz, Anorexia nervosa oder Bulimie.1
  • Alkohol oder Drogen-bzw. Medikamentmißbrauch innerhalb der letzten zwei Jahre vor Einsetzen der Erschöpfung und zu jedem Zeitpunkt danach.1
  • Extremes Übergewicht mit einem Körpermasse-Index von 45 oder mehr (Body-Mass-Index = Körpergewicht in kg dividiert durch Körperlänge in Metern zum Quadrat)1

  • Jeder ungeklärte körperliche Untersuchungsbefund, alle Laborauffälligkeiten oder Ergebnisse bildgebender Verfahren, die deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer ausschließenden Erkrankung liefern. Solche Verdachtsmomente müssen vor jeder weiteren Klassifikation ausgeräumt werden.

     

  • Um diese Ausschlußbedingungen abzuklären, sollte eine angemessene Labordiagnostik durchgeführt werden, die folgende Untersuchungen einschließt:

  • Urinuntersuchung

  • Komplettes Blutbild einschließlich Differntialblutbild

  • Blutchemie:

  • Schilddrüsenfunktionstest (TSH ggf. ausreichend)

  • Blutsenkungsgeschwindigkeit

  • GPT

  • Glukose

  • Calcium

  • Gesamtprotein

  • Albumin

  • Globulin

  • Alkalische Phosphatase

  • Phosphat

     

  • Wenn die Diagnose "CFS" gestellt oder ihre Vergabe erwogen wird, sollten die folgenden Prinzipien befolgt werden:

  • Wenn der Patient in Ihrer Praxis neu ist, sollten Sie alle vorherigen medizinischen Aufzeichnungen anfordern.

  • Befragen Sie den Patienten über Ärzte, sonstige Anbieter medizinischer Leistungen sowie gesundheitliche Ratgeber, die er derzeit parallel aufsucht.

  • Stellen Sie eine partnerschaftliche Beziehung her, die auf Vertrauen und Offenheit basiert.

  • Erkennen Sie die Bedeutung der Aufgabe, Anwalt des Patienten zu sein.

  • Stellen Sie sicher, vollständig über jede Medikation informiert zu sein, die der Patient aktuell einnimmt, einschließlich aller verschriebenen und frei verkäuflichen Mittel, pflanzlicher Präparate, Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel, Versandprodukte etc..

  • Beschönigen Sie nicht die unangemessene Selbstmedikation eines Patienten.

  • Erstellen Sie eine solide medizinische Dokumentation.

  • Stellen Sie sicher, daß Sie eine vollständige Anamnese der Ernährungsgewohnheiten erhoben haben.

  • Ermitteln Sie das Niveau der Erschöpfung möglichst genau, ebenso wie den krankheitsbedingten Druck, unter dem der Patient steht, insbesondere, wenn er alleine lebt.

  • Identifizieren Sie die Symptome, die den Patienten am meisten belasten und die Art, wie er damit umgeht.

  • Wenn es sinnvoll erscheint, sollten mehrere medizinische Gebiete in den Behandlungsansatz einbezogen werden, indem Spezialisten, deren Beitrag für das Befinden des Patienten nützlich sein könnte, benannt werden.

  • Führen Sie eine offene Diskussion über die Vorteile einer Anpassung und Verlangsamung des Lebensrhythmus. Patienten sollten angeleitet werden, Situationen körperlich und psychisch belastende Streßsituationen zu vermeiden.

  • Stellen Sie sicher, daß Sie die Schmerztoleranz des Patienten richtig einschätzen und vermeiden Sie eine unzureichende Schmerzmedikation bzw. -behandlung.

  • Behandlungen mit ASS und anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika oder Acetaminophen können bei der Reduzierung von Muskel-und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Fiebergefühl von Vorteil sein.

  • Sprechen Sie das Problem nichterholsamen Schlafes sowie Ein-und Durchschlafstörungen an. Niedrige Dosen von Antidepressiva wurden als hilfreich beschrieben. In diesem Zusammenhang sollte eine gewissenhafte Anamnese erlauben, zwischen Erschöpfung und einer von Müdigkeit bzw. Schläfrigkeit geprägten Symptomatik zu unterscheiden. Letztere sollte die Überlegungen in Richtung auf eine Untersuchung im Schlaflabor lenken, um nach zugrunde liegenden Schalfstörungen zu suchen. Eine Analyse der Gewohnheiten des Patienten vor dem Zu-Bett-Gehen kann eventuell therapeutische Ansatzmöglichkeiten aufzeigen, z.B. Coffein-Konsum, Stimulantien etc..

  • Suchen Sie nach Anzeichen für Angst-und Panikstörungen, die bei CFS-Patienten auftreten können, und erwägen Sie ggf. eine Psychopharmakabehandlung, die in Einzelfällen als hilfreich beschrieben wurde. Außerdem sollten sekundäre psychologische Probleme als Folge der Krankheit offen angesprochen und behandelt werden.

  • Erwägen Sie eine Beratung, sofern es angemessen erscheint. Sie helfen damit sowohl dem Patienten wie auch seinen Helfern (Familie und enge Freunde), sich auf den unsicheren Verlauf des CFS und die daraus resultierenden Effekte auf Rollen-und Partnerschaftsverhalten einzustellen.

  • Helfen Sie dem Patienten bei der Identifizierung der Probleme, die seine "Funktionsfähigkeit" am meisten einschränken. Spezielle Aufmerksamkeit sollte dabei dem Energieniveau des Patienten gewidmet werden und einem Programm zur Aufdeckung aller Einschränkungen. Eine Überweisung zu einem Arbeitstherapeuten kann dem Patienten helfen, ein Programm zur Einsparung von Energie zu entwickeln. Falls möglich, kann ein Arbeitstherapeut den Patienten auch bei der Verbesserung der funktionellen Kapazität unterstützen. Ein schrittweise gesteigertes Belastungsprogramm, allerdings nur bis zur Toleranzgrenze, kann manchmal, jedoch nicht immer, für den Patienten nützlich sein. Das Ziel ist, den Verlust an Kondition zu begrenzen, indem man dem Patienten anleitet, aktiv zu sein, ohne die Symptome drastisch zu verstärken.

  • Erklären Sie detailliert jede Medikation, die Sie dem Patienten verabreichen.

  • Erkunden Sie mit dem Patienten gemeinsam die Grenzen seiner Möglichkeiten.

  • Unterstützen Sie den Patienten bei der Festsetzung realistischer Ziele und Erwartungen unter Berücksichtigung daraus resultierender Energie-und Symptomveränderungen.

  • Ermutigen Sie den Patienten, zu Hause in einem Gesundheitstagebuch die Symptome zu dokumentieren.

  • Erkundigen Sie sich nach Unterstützungs-und Hilfsmöglichkeiten für den Patienten durch die engere Familie, Angehörige, Freunde, die Gemeinde, die Kirche etc.

  • Untersuchen Sie zu einem geeigneten Zeitpunkt eingehend die beruflichen physischen und mentalen Herausforderungen des Patienten.

  • Erwägen Sie, Ihre Besprechungen mit Patienten auf Band aufzunehmen. Damit werden diejenigen unterstützt, die unter einem eingeschränkten Erinnerungs-und Aufnahmevermögen leiden. Diese Patienten können auf diese Weise den Praxisbesuch korrekt nachvollziehen, im Gegensatz zu einer lückenhaften Erinnerung.

  • Ermutigen Sie Patienten, eine Hilfsperson mit in die Praxis zu bringen, besonders an Tagen, an denen sie unter extremer Erschöpfung, Erinnerungs-und Konzentrationsstörungen leiden. Außerdem stellt dies sicher, daß sie sicher zur Praxis und wieder nach Hause kommen.

  • Legen Sie regelmäßige Folgeuntersuchungen fest, üblicherweise alle drei Monate. Ermutigen Sie den Patienten, immer dann zu kommen, wenn neue, ungewohnte oder irritierende Zeichen bzw. Symptome auftreten.

  • Treten Sie Fehlinformationen über CFS mit einem offensiven Patienteninformations-und Edukationsprogramm entgegen.

  • Fordern Sie den Patienten auf, Ihnen neue Informationen über CFS mitzubringen.

  • Seien Sie absolut ehrlich im Umgang mit dem Patienten

  • Haben Sie keine Angst, "Ich weiß es nicht" zu sagen.

  • Seien Sie ein guter Zuhörer aber auch ein guter Wissensvermittler.

  • Fragen Sie nach den CFS-Informationsquellen Ihrer Patienten

  • Nehmen Sie kontinuierlich an Weiterbildungen zum CFS teil.

  • Nutzen Sie moderne Kommunikationstechniken, um regelmäßig Materialien aus verläßlichen Quellen, z.B. von den National Institutes of Health (NIH), Centers for Disease Control and Prevention (CDC) etc. zu erhalten.

  • Suchen Sie einen medizinischen Ratgeber, mit dem Sie vertraut sind und mit dem Sie über CFS sprechen können, an ihrer Universität oder der nächstgelegenen medizinischen Hochschule.

  • Ziehen Sie in Erwägung, eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Gemeinde zu besuchen. Diese Gruppen können als Ergänzung der Therapie hilfreich sein.

     

  • Ihre Gründlichkeit ist vom Beginn des diagnostischen Prozesses an obligatorisch, um sicher zu gehen, daß Sie keine andere Ursache für die Erschöpfung des Patienten übersehen haben. Denken Sie stets daran, daß "CFS" möglicherweise nicht die Abschlußdiagnose darstellt und setzen Sie die Suche nach anderen medizinischen Problemen fort. Vermeiden Sie unbedingt die Annahme, daß jedes neue Zeichen oder Symptom eine Manifestation des CFS darstellt. Das Chronic-Fatigue-Syndrom wird Ihre Fähigkeiten als Hausarzt, Diagnostiker wie auch als wohlwollender und mitfühlender Mediziner auf die Probe stellen.


    Anmerkung
    Diese Hinweise für Ärzte, die CFS-Kranke behandeln, waren Teil eines Abschnitts der CDC-Homepage, der die 1997er Satellitenkonferenz ankündigte. Sie wurden nach diesem Ereignis aus der Site entfernt, erscheinen jedoch nach wie vor wichtig und aktuell.

    Hans-Michael Sobetzko


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